Vom Sorbenland zum Hauptmann von Köpenick
Auf dem Spree Radweg
von Bautzen durch den Spreewald nach Berlin


Kottmar - hier in der Oberlausitz, in 478 m Höhe befindet sich die höchstgelegene der drei Spreequellen.
Bautzen - prächtige Altstadt mit barockem Rathaus, der Ortenburg und dem sorbischen Museum
Spremberg - 700 Jahre altes Schloss, in einer der landschaftlich am schönsten Ecke der Niederlausitz
Cottbus - reizvoller Altmarkt, umschlossen von einer mittelalterlichen Stadtmauer und
dem Fürst-Pückler-Park Branitz
Peitz - eine alte Fischer- und Festungsstadt in einer einzigartigen Teichlandschaft
Spreewald - mit idyllischen Orten: Burg, Lübbenau, Lübben, den Spreewalddörfern Lehde & Schlepzig
Beeskow - gut erhaltener mittelalterlicher Stadtkern mit historischer Stadtmauer und alten Wehrtürmen
Fürstenwalde - sehenswerter Dom „Sankt Marien“ und die alte Stadtmauer mit Bullerturm

Die Spree entspringt in der Oberlausitz am Kottmar und mündet nach ca. 380 Kilometern bei Berlin-Spandau in die Havel. Die ersten knapp 120 km fließt sie durch Sachsen, bevor sie bei Zerre ins Brandenburgische übertritt. Und die haben es in sich: Wer landschaftliche Abwechslung erleben möchte, ist auf dieser Route genau richtig. Ihr Anfangspunkt befindet sich ca. 25 Kilometer nördlich des Zittauer Gebirges, direkt an einer der drei Spreequellen am Kottmar.
Der windungsreiche Spree-Radweg führt durch einige der schönsten Orte des Oberlausitzer Berglandes mit ihren charakteristischen Umgebindehäusern bis nach Bautzen. Unterwegs wird Ihnen viel Bemerkenswertes begegnen: die Sonnenuhren in Taubenheim, eines der ältesten Umgebindehäuser, das „Reiterhaus“ in Neusalza-Spremberg und eine reich ausgestattete barocke Kirche in Schirgiswalde. Das 1000 jährige Bautzen, Hauptstadt der Sorben, mit gut erhaltenen Befestigungsanlagen, Türmen und der Ortenburg. Die historische Innenstadt mit dem spätgotischen Petridom, restaurierten Bürgerhäusern und interessanten Museen lohnt einen längeren Aufenthalt.
Danach geht es weiter durch flaches Land mit viel Wald und Wasser: die liebliche Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft mit dem gleichnamigen Biosphärenreservat. Im Umfeld der zahlreichen, jahrhundertealten und heute noch genutzten Fischteiche siedelten sich seltene Tiere und Pflanzen an.
Ein weiterer Höhepunkt auf dem Weg in die Hauptstadt Berlin ist der 1991 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärte Spreewald. Mit seinen über 18.000 Tier- und Pflanzenarten zählt er zu den artenreichsten Gegenden Mitteleuropas. Sie erwartet eine einzigartige Flusslandschaft mit einem urwüchsigen Binnendelta mit über 1.000 Kilometern Kanälen und Fließen.
Vom Spreewald aus führt der Radweg dann durch eine weite Landschaft, dichte Auenwälder wechseln sich ab mit den großen Wasserflächen des Neuendorfer oder Schwieloch Sees. Im schön gelegenen Erkner, unmittelbar an der Berliner Stadtgrenze, mündet der Spree-Radweg in den EUROPA-Weg R1.
Das Streckenprofil stellt unterschiedliche Ansprüche an die Kondition des Radwanderers: Vom Kottmar bis Bautzen dominiert hügeliges Land, danach folgt ein weitgehend ebenes Gebiet bis zur Hauptstadt Berlin. Die Strecke ist gut ausgebaut.

Reiseverlauf - Radeln OHNE Gepäck - Änderungen vorbehalten!

1. Tag: individuelle Anreise nach Bautzen

Bei frühzeitiger Anreise haben Sie noch Gelegenheit, auf Entdeckungstour in der malerischen Altstadt von Bautzen zu gehen. Wir buchen für Sie gern zusätzliche Übernachtungen, wenn Sie Bautzen und das Land der Sorben ausgiebiger entdecken möchten. Tipp: Besuch im Sorbischen Museum. Übernachtung in Bautzen.

2. Tag: Eibau - Bautzen - ca. 52 km
Sie entscheiden am ersten Radeltag selbst, wie weit Sie mit der Bahn in Richtung der Spreequelle fahren und somit über die Länge Ihrer Tagestour. Die Spree entspringt am Kottmar bei Eibau, von dort zurück auf dem Spree Radweg bis nach Bautzen sind es ca. 52 Kilometer. Wenn Sie bereits in Ebersbach den Zug verlassen, so ist Ihre Radstrecke bis Bautzen nur ca. 40 Kilometer lang. Dieser interessante Streckenabschnitt führt durch viele hübsche kleine Ortschaften mit denen für die Oberlausitz so typischen Umgebindehäusern, ist recht allerdings auch recht hüglig! Übernachtung wieder in Bautzen.

3. Tag: Bautzen - Neustadt an der Spree - ca. 60 km
Auf diesem Streckenabschnitt ist die Landschaft flach und trotzdem sehr abwechslungsreich. Der Radweg führt entlang der Talsperre Bautzen und auf schmalen Wegen durch die einzigartige Teichlandschaft bei Malschwitz. Vom Uferradweg des Bärwalder Sees haben Sie dann einen herrlichen Blick auf die riesige Wasserfläche des gefluteten ehemaligen Tagebaus und sehen in der Ferne schon die hohen Schornsteine des Kraftwerks Boxberg. Sie erreichen die hübsche Holzkirche von Sprey, durchqueren an einer Furt bei der Ruhlmühle die Spree und sind an Ihrem Quartier in Neustadt an der Spree.

4. Tag: Neustadt an der Spree - Peitz
- ca. 58 km
Nach nur wenigen Kilometern bringt Sie der Radweg in die Spremberger Altstadt, die malerisch auf einer von zwei Spreearmen umschlossenen Schwemmsandinsel liegt. Sie ist durch acht Brücken und Stege mit dem restlichen Stadtgebiet verbunden. Auf einem Uferradweg fahren Sie entlang der Talsperre Spremberg und erreichen bald Cottbus mit seiner wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit: dem Branitzer Fürst-Pückler Park. Übernachten werden Sie beim größten Teichgebiet Deutschlands in Peitz.

5. Tag: Peitz - Lübbenau - ca. 42 km
Nun rollen die Räder auf dem Spree-Radweg hinein in den Spreewald. Weder Berge noch uralte Schlösser und Burgen sind es, die den Spreewald sehenswert machen, sondern eine in ihrer Art einzigartige Wald- und Wiesenlandschaft, durchzogen von mehreren hundert Wasserarmen der Spree. Ein wahres Wasserlabyrinth - ein grünes Venedig! Als Gemüsekammer Deutschlands genießt der Spreewald seit Jahrhunderten einen guten Ruf. Auf der Tour nach Lübbenau kommen Sie vorbei an der alten Holländermühle von Turnow, am Bismarckturm und rollen durch Burg Deutschlands größter Streusiedlung.
Es folgen Leipe, Lehde mit dem Freilandmuseum und das bekannte Zentrum des Oberspreewaldes - Lübbenau, wo Sie auch übernachten werden. Es gibt reichlich zu entdecken und zu erleben im Spreewald, so dass sich zusätzliche Übernachtungen empfehlen.

6. Tag: Lübbenau - Leibsch
- ca. 40 km
Bis Schlepzig mit seinen alten Fachwerkhäusern fahren Sie noch ein Stück durch den idyllischen Spreewald, dann finden die vielen kleinen verzweigten Wasserläufe wieder zu einer großen Spree zusammen. Im ehemaligen Haus des Dorfrichters von Schlepzig ist heute ein Bauernmuseum eingerichtet. Auf der Weiterreise kommen Sie nun bald zur historischen Wehr- und Schleusenanlage von Leibsch und erreichen Ihr Quartier beim Neuendorfer See.

7. Tag: Leibsch - Beeskow
- ca. 46 km
Bei Alt Schadow verlassen Sie den Neuendorfer See und rollen wieder entlang der Spree. Der Rastplatz an der Holzbrücke von Werder lädt zur Pause, bevor Sie dann eine von Fontanes Stationen bei seiner Wanderung durch Brandenburg, das Schloss von Kossenblatt, erreichen. Bei Trebatsch empfiehlt sich ein Abstecher zu nahen Schwielochsee. Nun ist es nicht mehr weit bis nach Besskow mit dem idyllisch an der Spree gelegenen historischen Stadtteil Fischerkietz. Übernachtung in Beeskow.

8. Tag: Beeskow - Fürstenwalde - ca. 38 km
Der Radweg verläuft in Spreenähe bis zur Kersdorfer Schleuse am Oder-Spree-Kanal. Über die schöne neue Holzbrücke, vorbei am Forsthaus radeln Sie durch den Wald nach Berkenbrück am kleinen Dehmsee. Bald grüßt aus der Ferne der St. Marien-Dom mit seinem 68 Meter hohen Turm, das markante Wahrzeichen der Stadt Fürstenwalde. Übernachtung in Fürstenwalde.

9. Tag: Fürstenwalde - Erkner - ca. 40 km
Heute entscheiden Sie einfach ganz nach Ihrer „Tagesform“ selbst, wie weit Ihre Tour geht. Ihre Tour beginnt in Fürstenwalde und führt Sie durch einsame Kiefern- und Auenwälder nach Hangelsberg. Die „Große Tränke“, eine imposante Schleusenanlage, verbindet die Spree mit dem Oder-Spree-Kanal. Bis zu Ihrem Quartier im wald- und seenreichem Erkner sind es ca. 40 Kilometer, doch durch die sehr gute Anbindung von Erkner an das Berliner S-Bahnnetz, empfiehlt es sich, vorbei am Großen Müggelsee noch bis ins schmucke Köpenick zu radeln, um dann per S-Bahn zurück nach Erkner zu fahren. Sie können diese Reise aber auch um einen oder mehrere Tage verlängern, wenn Sie die Hauptstadt Berlin ausgiebiger per Fahrrad entdecken möchten. Übernachtung in Erkner.

10. Tag: Heimreise
Heimreise ab Erkner oder individueller Verlängerungsaufenthalt.

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