Gipfelstürmertour auf dem Blauen Kammweg
4. Teil:
Von der Elbe durch die Böhmische Schweiz zur Neiße:
Von Hřensko nach Liberec


Die Landschaft der Böhmischen Schweiz lockte schon immer zu einem Besuch, angefangen bei den Wanderungen der Romantiker im 19. Jahrhundert, als die Menschen ihr eigener Schatten inmitten einer „vergessenen“ Felsenlandschaft erschreckte und sich vor ihnen unerwartete Blicke in Täler und auf Berge eröffneten, aber auch spätere Wochenendausflüge, deren Ziel höchstens einige Kilometer hinter Herrnskretschen lag. Die heutige Zeit ist zwar anders, aber der Wanderer der Neuzeit wird genauso wie sein romantischer Vorgänger das Unbekannte entdecken. Der zweiten Abschnit der Reise führt durch das wundervolle Lausitzer Gebirge mit seiner höchsten Erhebung der Lausche, die sich unmittelbar im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Tschechien befindet.

Reiseverlauf - Wandern ohne Gepäck - Änderungen vorbehalten!

1. Tag: Anreise nach Schmilka - direkt an der Grenze zu Tschechien

Quartier in Schmilka. Wir empfehlen Ihnen eine zusätzliche Übernachtung, um die imposante Schrammsteingruppe der Sächsischen Schweiz oder wildromantische Kamnitzklamm auf einer Tagestour zu entdecken.

2. Tag: Hřensko - Prebischtor - Jetřichovice - ca. 23 km

Von Schmilka aus fahren Sie am Morgen mit dem Nationalpark-Express oder mit der S-Bahn (eine Station) nach Schöna und per Personenfähre nach Hřensko. Diese Strecke kann aber auch zu Fuß gegangen werden entlang der Elbe.
Hřensko ist das Eingangstor in den Nationalpark Böhmische Schweiz. Der malerische Ort, der am Zusammenfluss von der Elbe und der Kamnitz liegt, konzentriert sich vor allem auf den Fremdenverkehr. Mit der Meereshöhe von 115 m ü. NN. ist er der am tiefsten gelegene Ort der Tschechischen Republik. Die Natur rings um den Ort Hrensko ist bewundernswert und einzigartig. Ein Wandertag mit vielen wundervollen Aussichtspunkten liegt vor Ihnen. Gleich zu Beginn erreichen Sie das Prebischtor - größtes Naturtor in Mitteleuropa, 3 km von Hřensko entfernt. Es wurde zum Symbol des Nationalparks Böhmische Schweiz. Die Brücke entstand infolge Auswitterung einer größeren Nische, die sich in einem schmalen Felsriegel gebildet hatte. Maße: Gewölbehöhe 16 m, Breite nahezu 27 m, Bogenbreite 7-8 m. Von dem zugänglichen Felsen über dem Restaurant Sokolí hnízdo (Gebäude aus dem Jahr 1881) bieten sich atemberaubende Aussichten. Vom Prebischtor führt bringt Sie der Weg über einen felsigen Steig an einer Sandsteinwand bis zur Rainwiese. Am Ende der Tour haben Sie eine phantastische Sicht vom Ostroh - dem Rudolfstein (484 m) mit seinem Gipfelhäuschen - der Aufstieg erfolgt über Leitern. Quartier in Jetrichovice.

3. Tag: Von Jetřichovice zum Jedlova (773 m) bei Jiretin - ca. 24 km

Der Wandertag beginnt am Bach Jetřichovická Bělá unter der Burgruine Falkenštejn und führt durch das idyllische Paulinental nach Studenec (Kaltenbach). Doch Ihr heutiges Tagesziel ist der Berg Tannenberg - Jedlová. Er ist mit einer Höhe von 774 m ü NN die höchste Erhebung im Kreis Děčín. Im Jahre 1891 erbaute hier ein deutscher Bergverein einen Aussichtsturm, der einen tollen Blick über das Lausitzer Gebirge bietet. Die Galerie des Turmes befindet sich in einer Höhe von 23 m und es führen 123 Stufen hinauf. Um weitere 6 m überragt ein hölzerner spitzer Überbau diese Galerie. Direkt auf dem Gipfel des Jedlová - befindet sich das recht einfache Quartier - aber mit einer sehr guten Küche.

4. Tag: Jedlová - Lausche/Luž - Lückendorf - ca. 23 km

Am Morgen gelangen Sie bald zu den eingefallenen Mauern der Burg Tollenstein - Tolštejn, wo ein Restaurant zur Einkehr einlädt. Die ausgedehnte Burgruine Tollenstein befindet sich unweit vom Tannenberg im Lausitzer Gebirge. Sie steht auf einem Phonolithstock (670 m ü NN) im Gebiet von Sandsteinfelsen. Der Name entstand aus dem ursprünglichen Namen Dohlenstein. Zum ersten Mal erwähnt wird die Burg im 13. Jh., der erste Besitzer war Vaněk von Wartenberg. Der Untergang der Burg kam mit dem dreißigjährigen Krieg, in dem die gotische Burg 1642 angezündet und zerstört wurde. Nun führt Sie der Weg stetig bergan und Sie sollten sich den Abstecher hinauf zur umfassenden Aussicht vom höchsten Berg des Lausitzer Gebirges - Lužické hory - dem Gipfel der Luž - Lausche (793 m ü. NN) nicht entgehen lassen. Über den Gebirgskamm über die Lausche - Luž - führte seit jeher die Landesgrenze zwischen Böhmen und der Lausitz. Am Hang befindet sich ein ursprünglicher Bewuchs - ein geschützter Urwald und auf der Gipfelebene sind Reste einer touristischen Baude, die am 1. 1. 1946 abgebrannt ist, heute finden wir hier einen Funkturm. Personen-Grenzübergang nach Deutschland. Auf dem Weg zum Tagesziel wartet noch der Gipfel des Hvozd - Hochwald (749 m ü. NN) auf Sie. Quartier bei Lückendorf / Deutschland.

5. Tag: Lückendorf - Kryštofovo údolí - ca. 25 km

Über den Raubschloßberg (539 m ü NN) und den Rabenstein (500 m ü NN) führt der Weg in den kleinen Ort Horni Sedlo. Am Nachmittag sind weitere Anstiege zu meistern, so bringt Sie die Wanderung u. a. hinauf auf den aussichtsreichen Gipfel des Velky Vapenny (789 m ü NN) und führt vorbei an der Kapelle Krystova in den Christofsgrund. Hier wurde im 16. Jh. ein Bergmann- und Kohlegräberdorf gegründet. Heute ist das Tal ein beliebtes und viel besuchtes Ausflugsziel mit Restaurants, in denen die dortige Spezialität - der Mai-Kräuterlikör- ausgeschenkt wird. Quartier bei Kryštofovo Údolí - Novina

6. Tag: Kryštofovo údolí - Jestĕd - Liberec - ca. 14 km

Vorbei am dem das Tal dominierenden Bauwerk, der mächtigen Eisbahnbrücke, wandern Sie hinauf zum Krizanske Sattel, wo eine Sandsteinsäule steht. Über den Kleinen Jested (754 m ü NN) führt die Wanderung hinauf zum Wahrzeichen der Stadt Liberec, den Großen Jested (1011 m ü NN) mit seinem weit sichtbaren Berghotel, welches als Quartier vorgesehen ist. Das Restaurant und Hotel am Gipfel des Berges Jested ist ein einzigartiges Bauwerk. Es wurde in der 2.Hälfte der 60er Jahre nach dem Projekt des Architekten K. Hubacek gebaut, der für diesen Bau den Perret-Preis der Internationalen Architekten-Union erhielt. Die Wanderstrecke bis zum Jested-Gipfel ist heute mit ca. 7 km recht kurz, so können Sie noch vom Jested zu Fuß hinunter gen Liberec wandern (ca. 7 km), um die Stadt an der Neiße zu erkunden. Vorbei an der Marienquelle durch einen Fichtenwald gelangen Sie hinunter ins alte Gebirgsdorf Horni Hanychov zur Straßenbahnendhaltestelle, von wo aus Sie direkt bis ins Zentrum fahren können. Es besteht aber auch die Möglichkeit mit der Seilbahn vom Jested hinab nach Horni Hanychov zu schweben. Bei Verfügbarkeit wird das Hotel auf dem Jested als Quartier gewählt, dann benötigen Sie am Abreisetag ein Taxi (nicht in den Leistungen enthalten) zum Bahnhof von Liberec.

7. Tag: Heimreise

Taxi-Transfer in eigener Regie vom Hotel auf dem Jested zum Bahnhof in Liberec.
Rückreise mit der Bahn ab Liberec oder Verlängerungsaufenthalt.
Für Gäste, die zurück zu ihrem Auto nach Hrensko oder Schmilka müssen, besteht die Möglichkeit, mit Bahn durch Tschechien über Decin zurück nach Hrensko oder Schmilka zu fahren oder über Zittau und Dresden zu reisen.
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